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Artikel zum Nachdenken

Das innere Kind in uns

In jedem von uns ist das kleine Kind von damals verborgen. Dies ist eine Tatsache, wenn wir die Funktion unseres Gehirns betrachten. Dieser beinhaltet Milliarden von Nervenzellen, die durch die Interaktion untereinander unsere Erinnerungen bilden und behalten. Die Erinnerungen bilden eine bestimmte Dominante im Gehirn, die zur Dominante – Kindheit – gehört. Dies ist ein natürlicher biologischer Prozess, der sich auch auf andere Tätigkeiten, Erlebnisse und Erinnerungen übertragen kann.

Zwar sind wir dann erwachsen, aber dieser Neuronennetz in uns ist lebendigt. Wir erinnern uns an unsere Kindheit, sobald wir etwas sehen, was uns an die Kindheitsjahre erinnert oder wir vergleichen die Kindheit unserer Kinder mit unseren.

„Nähren“ wir das innere Kind in uns auch dann, wenn wir erwachsen sind, bleiben wir besonders geistig flexibel. Unter „nähren“ verstehe ich solche Tätigkeiten bzw. Unternehmungen, die uns kindlich stimmen und unser Leben unbeschwert erscheinen lassen. Bspw.: wenn wir im Regen laufen gehen oder wenn wir ein Eis auf einer Schaukel essen oder mit unseren Kindern eine Schneeballschlacht machen. Jeder von uns hat seine eigenen Präferenzen, die ihn an die positiven Erlebnisse seiner Kindheit erinnern.

Behalten wir eine gute Beziehung mit unserem inneren Kind, indem wir ihm das ermöglichen, was ihm Spass macht, tragen wir zu unserer inneren Zufriedenheit und Ausgeglichenheit bei. Der Grund dafür ist die Freude und Entspannung, die uns bei den Tätigkeiten dieser Art, begleiten. Es werden Glückshormone, wie Bpsw. Serotonin, ausgeschüttet, wir lachen und/oder lächeln viel und erhalten unser mentales sowie physisches Jungalter länger. Denn die Psyche und der Körper bedingen sich gegenseitig. Die Hormone, die bei Freude ausgeschüttet werden und die positiven Erinnerungen aus unserer Kindheit tragen im Allgemeinen zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden bei. Unsere Sorgen mildern sich und wir schauen in die Zukunft mit mehr Hoffnung und Zufriedenheit. 

Bindungsstile im Erwachsenenalter

Bindungsstile, die sich in unserer Kindheit und durch unsere Erziehung, unsere Beziehung zu den Bezugspersonen im Kindesalter, entwickelt haben, bringen einen enormen Einfluss auf unsere Beziehungen im Erwachsenenalter – insbesondere auf die Beziehung mit dem anderen Geschlecht.


Wir schauen uns gemeinsam an, wie sich die Bindungsstile äußern, um vielleicht unser eigenes und das Verhalten der anderen besser verstehen zu können und zu einer besseren Beziehung beizutragen.

Es gibt 4 Bindungsstile: A, B, C, D.

Wir schauen uns diese aufsteigend an.

D: unsicher organisierte Bindung: Eine Bindung mit einem ungelösten Trauma oder Verlust. Die Erwachsenen sind bezüglich ihrer Kindheit desorientiert und desorganisiert. Sie können sich an ihre Kindheitserlebnisse schlecht erinnern und wenn sie über ihre Kindheit erzählen, dann bruchstückhaft und manchmal mit psychotischen Anfällen, da das Trauma sehr tief sitzt. So ein Bindungsstil kann sich Bspw. bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen äußern. Solche Erwachsenen haben oft extreme Traumata in Form von Misshandlungen, Missbrauch und Verlust erlebt. Diese Menschen können Bspw. den genauen Zeitpunkt ihres Traumaerlebnisses nicht nennen, da der Schmerz so stark war, dass die Psyche diesen verdrängt hat.

C: unsicher-ambivalente Bindung: Hier geht es um eine verstrickte Einstellung zur Bindung. Erzählen Erwachsene mit einem unsicher-ambivalenten Bindungsstil über ihre Kindheitserlebnisse können sie nicht auf den Punkt kommen. Sie verstricken sich dabei in unnötige Details, kommen zu widersprüchlichen Aussagen und realisieren diese Widersprüchlichkeit kaum. Bspw. wenn man einen Erwachsenen mit so einem Bindungsstil über seine Beziehung zu seiner Bezugsperson fragt, kann er Bspw. so antworten: “Es war alles im grünen Bereich zuhause. Ich war versorgt. Alles war sauber und super. Meine Mutter bestimmte natürlich über alles. Sie war auch immer im Recht. Klar, so ein Dickkopf, wie ich war auch nicht leicht im Umgang. Mich hat es allerdings sehr belastet.“

B: unsicher-vermeidende Bindung: Dieser Bindungsstil zeichnet sich durch eine abwertende Einstellung zur Bindung. Die Erwachsenen haben wenig Erinnerungen an ihre eigene Kindheit und messen einer Bindung zu anderen Menschen keinen großen Wert bei. Die Eltern werden idealisiert, aber diese Vorstellungen können durch Fakten nicht bestätigt werden. Wenn man diese Erwachsenen nach ihrer Kindheit fragt, verallgemeinern sie die Erinnerungen, indem sie es in einige Worte zusammenfassen: “Ich hatte eine glückliche Kindheit. Bin in einer ganz normalen Familie aufgewachsen. Genau kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß nur, dass ich oft Ärger bekam, wenn ich zu spät nach Hause kam.“

A: sichere Bindung: Hier geht es um eine wertschätzende Einstellung zur Bindung. Die Erwachsenen hatten in ihrer Kindheit viele positive Interaktionen mit ihren Eltern. Sie haben Trost und eine liebevolle Fürsorge erfahren. Von ihren Bezugspersonen haben sie eine Fähigkeit zur Reflexion erworben. Aus diesem Grund sind sie, wenn nötig, in einer selbstreflexiven Weise mit der Traurigkeit, Leid und negativen Erlebnissen in der Kindheit umgegangen. Solche Erwachsene haben in ihrer Kindheit die Präsenz der Bezugspersonen gespürt. Auch wenn die Eltern wenig Zeit hatten, waren sie trotzdem da, wenn das Kind sie gebraucht hat. Bspw. standen die Bezugspersonen empathisch und tröstend da, wenn das Kind sich eine Verletzung zugefügt hat. 






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